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Psychotherapeuten und Fachärzte sollten dieselbe Vergütung erhalten

Im TVöD ist über die Eingruppierung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst (mit Ausnahme der Ärzte, siehe unten) bisher noch nicht verhandelt worden. Die Einigung über eine neue Entgeltordnung steht noch aus. Gegenwärtig erfolgt die Eingruppierung in eine Entgeltgruppe analog zum alten BAT im Rahmen einer Überleitungsvereinbarung. Danach wird bei langjährig Beschäftigten nur der Besitzstand gewahrt. Da die Psychotherapeuten als eigenständige Berufsgruppe im bisherigen BAT noch nicht berücksichtigt wurden, werden sie auch jetzt noch nicht gesondert vergütet. Nach wie vor können Arbeitgeber die Approbation nur als ein zusätzliches Qualitätsmerkmal eines Diplom-Psychologen betrachten und sich weigern, Psychotherapeuten als einen eigenständigen Beruf anzuerkennen mit einem eigenen Arbeitsvertrag auf einer entsprechenden Stelle, einer eigenständigen Stellenbeschreibung und entsprechender Vergütung.

Dies wird sich ändern, wenn ver.di sich mit seinen Vorstellungen über die neue Entgeltordnung durchsetzen kann. Hier ist ein Strukturkonzept vorgesehen, nach dem Absolventen eines Hochschulstudiums und einer zusätzlichen Spezialausbildung in die Entgeltgruppe 15 eingruppiert werden. Dies trifft für Diplom-Psychologen mit einer Approbation als Psychotherapeuten und Ärzte mit einer abgeschlossenen Weiterbildung zum Facharzt in gleicher Weise zu. Dem entsprechend wurde in der Bundesfachbereichskonferenz Gesundheit von ver.di im Mai diesen Jahres einstimmig der Beschluss gefasst, Psychotherapeuten und Fachärzte hinsichtlich ihrer Eingruppierung gleich zu stellen.

Die konkrete Umsetzung dieses Beschlusses wird jedoch etwas komplizierter werden. Ein Grund ist, dass nicht alle Psychotherapeuten ein Hochschulstudium absolviert haben (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit dem Herkunftsberuf Sozialpädagogik). Hier wird die Forderung erhoben, dass Voraussetzung für eine Ausbildung zum Psychotherapeuten (PP und KJP) grundsätzlich ein Masterabschluss sein sollte. Ein anderer ist, dass die Ärzte bereits die allgemeine Tarifsystematik verlassen haben. Sie haben als einzige Berufsgruppe im öffentlichen Dienst für sich bereits eine eigene Entgeltordnung abgeschlossen. Sie ist in § 12.1 TVöD festgelegt und enthält in Anlage C eine eigene Entgelttabelle. Nach dieser Entgeltordnung werden Fachärzte in die Entgeltgruppe II der Ärzte eingestuft. Im Interesse aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst wäre zu wünschen, dass die Ärzte wieder in die allgemeine Tarifsystematik zurückkehren und die Fachärzte entsprechend der oben dargestellten Systematik in die Entgeltgruppe 15 eingestuft würden. Wenn die gegenwärtige spezielle Vergütungssystematik der Ärzte jedoch so bleibt, dann wäre eine Gleichstellung von Psychotherapeuten mit den Fachärzten nur zu erreichen, wenn die Psychotherapeuten in die Entgeltgruppe II der Ärzte einbezogen werden.

Erschwert wird die Umsetzung dieser Forderung dadurch, dass sich seit 2006 der Marburger Bund aus den gemeinsamen Tarifverhandlungen mit Ver.di ausgeklinkt hat, jetzt mit ver.di in Konkurrenz steht und nur für die Ärzteschaft mit den Arbeitgebern alleine verhandelt. Die Folge ist eine Zersplitterung des Tarifgefüges. Auf Arbeitgeberseite gibt es ähnliche Tendenzen durch die inzwischen stark zunehmende Privatisierung der Krankenhäuser. Private Träger sind nicht an die Tarifverträge der öffentlichen Träger gebunden, schließen vielmehr eigene „Hausverträge“ ab, in denen bei allgemeiner Senkung des Lohnniveaus die Ärzte oft bessere Positionen erreichen können als die übrigen Beschäftigten. Auch hier wird darauf zu achten sein, dass Psychotherapeuten ausdrücklich mit aufgeführt und den Fachärzten gleich gestellt werden.

Hans Werner Stecker
Vorstandsmitglied VPP im BDP

 

19.6.2007

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