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Technik-Tipps für die Telematik-Anbindung

1. Welche Kabelausstattung brauche ich? 
Auf eine teure Verlegung (Auf-Putz oder Unter-Putz) der Lan-Kabel kann verzichtet werden.
Stattdessen reichen sogenannte Powerline-Adapter. Diese müssen in jedem Raum, der an die TI angeschlossen werden soll, in einen freien Stromanschluss gesteckt werden. Die Geräte stellen dann eine virtuelle Lan-Kabel-Verbindung über das Stromnetz bereit, d.h. die bereits vorhandene Elektro-Installation in Ihrer Praxis transportiert dann auch alle Internet-Anschlüsse in alle Räume, wo in den Steck-dosen ein solcher Adapter vorhanden ist.

Ab Werk sind diese Adapter schon sicher verschlüsselt, man kann aber auch ein eigenes Passwort verwenden. Die konkrete Vorgehensweise sieht folgendermaßen aus:
Sie verbinden Ihren Router über ein normales Lan-Kabel mit dem Powerline-Adapter – in einem anderen Zimmer wird das dort dann ebenfalls in einer Steckdose angeschlossene Powerline-Gerät mit dem Konnektor verbunden (wieder über ein normales Lan-Kabel).
Das Kartenlesegerät am Konnektor muss sich somit nicht im selben Raum wie der Router befinden.
Damit ist auf einfache und kostengünstige Weise eine Lan-Kabel-Verbindung über das Stromnetz in der gesamten Praxis gewährleistet!

Es gibt verschiedene Varianten dieser Powerline- (oder dlan-) Adapter mit verschiedenen Geschwindigkeiten, die meistens auch herstellerübergreifend untereinander kompatibel sind. Manche Varianten haben auch eine eingebaute Steckdose, sodass nach wie vor auch andere Elektro-Verbraucher angeschlossen bleiben können.

 

2. Soll ich Reihenschaltung oder Parallelschaltung installieren?
Unsere Empfehlung: Vergessen Sie die Reihenschaltung und nehmen Sie unbedingt die Parallelschaltung!
Bei der Reihenschaltung sind alle internet-fähigen Endgeräte (also Computer, Konnektor und Kartenlesegerät) in Reihe, also hintereinander angeschlossen. Der Router verbindet sich mit dem Konnektor und der Konnektor verbindet sich mit dem Praxiscomputer bzw. auch mit dem Kartenlesegerät. Bei dieser Variante laufen alle Verbindungen über den Konnektor und es werden somit die Flatrates unserer Provider ausgehebelt bzw. nicht in Anspruch genommen.
Wie erklärt sich das? Der TI-Konnektor nutzt über seine VPN-Verbindung aus-schließlich den TI-Server im Internet, über den dann nicht nur die TI-relevanten Nutzdaten, sondern auch alle anderen Internet-Aktivitäten (z.B. Email-Verkehr, Browsen) unserer Praxen laufen. Der dann beim TI-Server auflaufende Verkehr muss dem TI-Server-Betreiber extra vergütet werden.
Sowohl der Konnektor als auch der Praxis-Rechner sind bei der Parallel-Schaltung  direkt an den Router angeschlossen. Der Router hat einen eingebauten „Switch“ – das sind die Lan-Buchsen hinten, an denen dann unsere Geräte (Computer, Konnektor) über die normalen Lan-Kabel nebeneinander angesteckt werden. Der Kartenleser wird nach wie vor direkt an den Konnektor geklemmt. Unter dieser Voraussetzung läuft alles automatisiert ohne Zutun von uns - die Karte wird eingelesen, Stammdaten werden über den Konnektor abgeglichen und alles andere (Browsen, emails etc.) läuft über den direkt an den Router angeschlossenen Praxis-Rechner.
Die Eleganz dieser Lösung hat einen weiteren Vorteil: nicht nur ein Computer, sondern auch mehrere Rechner können über den Switch in trauter Gemeinsamkeit mit dem Konnektor betrieben werden. Haben Sie die o.g. Powerline-Adapter-Lösung oder eine vorhandene Verkabelung, kann ihr Computer in jedem anderen Raum der Praxis stehen.
Die SIS-Power-Pakete (zusätzlicher überteuerter Internet-Verkehr über den Konnektor) sind dann nicht nötig, was auch ein willkommener Zusatzeffekt ist.

 

3. Welchen Router brauche ich?
Grundvoraussetzung für den Router: er muss das sogenannte "IP-Sec"-Verfahren beherrschen. Die meisten Fritzboxen können das, der Speedport-Smart der Telekom kann das nicht, der Speedport 724V der Telekom kann es, ältere Router oder die abgespeckten Eigen-Lösungen von Vodafone etc. müssen auf diese Funktionalität hin überprüft werden (daher u.a. der TI-Ready-Check). Die Überprüfung könnte auch über googlen laufen („kann mein Router IP-Sec + Router-Bezeichnung“ suchen). 

4. Praxisgemeinschaften: Schaffen wir uns einen einzigen Konnektor an?
Die Softwarehäuser bieten hier Aufrüstungspauschalen für Praxisgemeinschaften, die mit einem Konnektor auskommen wollen (z.B. wenn ein gemeinsam genutzter Büroraum vorhanden ist). Vorteil ist hier: Sie erhalten die vollständigen Erstattungs-pauschalen, obwohl nicht alle Komponenten angeschafft wurden. Sie machen kurzfristig also ein Plus. Wenn Kolleginnen oder Kollegen dann allerdings die Praxisgemeinschaft verlassen, haben Sie keinen eigenen Konnektor zum Mitnehmen und müssen diesen nach den dann vorhandenen Marktpreisen nachträglich anschaffen. Sinnvoll ist dies sicherlich für Kolleginnen oder Kollegen, die kurz vor der Berentung stehen und die Räumlichkeiten nicht mehr wechseln werden. 

5. Kann das Kartenlesegerät auch in einem anderen Raum stehen als Konnektor und Router?
Ja! Die Voraussetzung ist, dass ein Lan-Kabel zwischen Kartenleser und Konnektor verlegt werden kann. Über die oben erwähne Powerline-Lösung ist dies sehr einfach ohne Bohren oder Baumaßnahmen am Putz zu realisieren: Schließen Sie Ihren Kartenleser per herkömmlichem Lan-Kabel an einen Powerline-Adapter in Zimmer A an und verbinden Sie in Zimmer B den dort vorhandenen Powerline-Adapter über ein weiteres herkömmliches Lan-Kabel mit dem Konnektor. Voilà!

6. Soll ich aus Datenschutzgründen meinen Patientendaten-Rechner vom Internet abtrennen?
Wenn der Patientendaten-PC nicht mit dem Internet verbunden sein soll, kann er erstmal auch nicht mit dem Konnektor kommunizieren, da er dann mit keinem Netzwerk verbunden ist, auch nicht mit dem lokalen! Das Internet ist nichts anderes als ein externes Netzwerk, das durch das lokale Netzwerk in unseren Praxen/Wohnungen/Häusern ergänzt wird. Wenn man also auf die Konnektor-Daten mit einem PC zugreifen, aber gleichzeitig das Internet vermeiden möchte, muss im Router der Internet-Verkehr für das bestimmte Endgerät komplett abgestellt/verhindert werden. Das geht z. B. in der Fritzbox über die Kindersicherung, die dann für uns Erwachsene ihren Zweck erfüllt. Das muss aber in der Router-Bedienoberfläche eingestellt werden und wird nicht für jeden trivial sein.
Nachteil: der Patientendaten-PC empfängt dann auch keine Windows-Sicherheits-Updates mehr, ebenso keine Fehlerbereinigungen. Sobald man also den Patientendaten-PC auf den neuesten Stand bringen möchte, ist wieder - zumindest vorübergehend - eine Internet-Verbindung vonnöten. Die Windows-Update-„Orgie“, die dann stattfindet (wenn der Rechner monatelang nicht online war) ist zeitintensiv und manchmal enervierend. Ganz zu schweigen von der Virenscanner-Aktualisierung, die lange Zeit brach lag und ebenfalls stattfinden muss. Für das Zeitfenster der Aktualisierung ist der „internetfreie“ Windows-PC deutlich unsicherer, als wenn er sukzessive bei ständigem Online-Sein geupdatet wird. Der Sicherheits-Gewinn, Patientendaten strikt offline zu verwalten, wird dadurch wieder deutlich geschmälert.

Stand: 18.12.2018

Vorstand VPP im BDP e.V.
Dietmar Lecjewski
Susanne Berwanger

24.1.2019

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