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Psychisch erkrankte Menschen werden nach wie vor stigmatisiert

Den tragischen Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke, der in diesen Tagen die Menschen der gesamten Republik und darüber hinaus bewegt und erschüttert, nehmen wir zum Anlass, um auf die Problematik psychisch erkrankter Menschen hinzuweisen, mit der wir tagtäglich in unserer Praxis konfrontiert sind.
Depression ist eine schwere psychische Erkrankung, so weit verbreitet, dass sie mittlerweile als Volkskrankheit bezeichnet wird. Nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums leiden in Deutschland rund vier Millionen Menschen an der Krankheit.
Depression ist behandelbar. In der nationalen Versorgungsleitlinie, die in diesem Monat veröffentlicht wird, wird Psychotherapie bei leichten und mittelgradigen Depressionen als Standardbehandlung neben der Pharmakotherapie empfohlen, bei schweren Depressionen zusätzlich zur medikamentösen Behandlung. Medikamentöse Behandlung in Verbindung mit einer Psychotherapie erzielt bessere und nachhaltigere Wirkung als medikamentöse Behandlung allein. Alle wissenschaftlich begründeten psychologischen Psychotherapieverfahren sind grundsätzlich wirksam bei einer Depression. Kein Verfahren ist den anderen überlegen, aber es kommt auf die Passung an: es muss das für den jeweiligen Patienten, die jeweilige Patientin passende Verfahren sein. Diese Passung wird in den probatorischen Sitzungen vor der Behandlung festgestellt.
Die Schwelle zur Psychotherapie ist nach wie vor für Menschen in einer Krise sehr hoch, insbesondere wenn das Umfeld psychischen Erkrankungen mit Klischees und Vorurteilen begegnet. Psychisch erkrankte Menschen haben häufig Angst, berufliche und private Nachteile und Verluste zu erleiden, wenn ihre Krankheit öffentlich würde. Sie haben Angst vor Stigmatisierung. Das ist tragisch und leider nicht nur im Profifußball der Fall. Schwäche und Krankheit, insbesondere psychische Krankheit, werden nach wie vor stigmatisiert in unserer Gesellschaft. Das muss sich ändern: Psychische Erkrankungen müssen enttabuisiert werden in allen Bereichen der Gesellschaft, damit den Erkrankten die adäquate und wirksame Hilfe zu teil werden kann.

17.11.2009

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